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Maya, Matrix oder Simulacrum

von | Mrz 4, 2024 | Artikel, Matrix-Hypothese

Drei Konzepte eines virtuellen Konstruktes

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Buch „Die Matrix-Hypothese“, der darauf eingeht, dass die Begrifflichkeiten Maya, Matrix oder Simulacrum im Grunde dasselbe Prinzip oder Phänomen beschreiben. Dieses Konzept eines virtuellen Konstruktes hat das Potenzial, alle isolierten Paradoxien und Auffälligkeiten in ein vereinheitlichtes Paradigma zu überführen.

Die letztendliche Theorie, die alle esoterischen, isoliert ausgedeuteten Phänomene und abstrakten Glaubensmuster in ein kohärentes Erklärmodell einbettet, ist eine der ältesten Philosophien überhaupt. Gleichzeitig ist es eines der meistdiskutierten Themen in der modernen Wissenschaft. Selbst in der Popkultur hat das Theorem einen tiefen Abdruck hinterlassen. Hierbei rede ich von der Hypothese, dass unser Bewusstsein praktisch nur in einem virtuellen Konstrukt existiert. Dieses Hologramm hat viele Namen – Maya1, Matrix oder Simulacrum.2 All diese Begrifflichkeiten beschreiben grundlegend das gleiche Prinzip, jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven. In den vedischen Schriften, den vermutlich ältesten Aufzeichnungen, die wir kennen, sprechen die alten Inder von einer „Maya“ – es ist die „kosmische Täuschung“. Auch Platon erkannte dieses künstliche Konstrukt der Realität und versuchte das Konzept, mit seinem berühmten Höhlengleichnis fassbar zu machen.

Plantons Höhle
Platons Höhle als klassischer Kupferstich

Die Matrix in der modernen Wahrnehmung

In der Moderne erlebte das Modell mit dem Aufkommen von Computersimulationen eine Renaissance, was dankbar von Hollywood aufgegriffen wurde. Zumindest sorgte primär die Popkultur dafür, dass das Kollektiv mit dieser Denkrichtung erneut konfrontiert wurde. Leider wurde dieser Erkläransatz damit weitestgehend in die Rubrik „Science-Fiction“ eingeordnet. Die Vorstellung einer Matrix wurde seither als eine Konzeption der Unterhaltungsindustrie verstanden. Der philosophische Ansatz wird dadurch aus der Alltagsrealität verbannt. Diesen Trend könnte man auch damit begründen, dass die diversen Unterhaltungsfilme, die um das Konzept herumgesponnen wurden, teilweise keine homogene Logik aufweisen. Ich kann daher verstehen, warum viele Menschen dem automatischen Reflex anheimfallen, die Idee bzw. die Ursprünge dieser Vorstellung der modernen Märchenwelt zuzuordnen.
Daher möchte ich davor warnen, dieser vermutlich kalkuliert installierten internen Reizantwort unreflektiert nachzugeben. Wie ich angedeutet habe, ist die Interpretation, dass unsere Realität ein künstliches mentales Gebilde darstellt, wesentlich älter als Hollywood.

Das fundamentale Verständnis der Natur dieses virtuellen Konstruktes erlaubt uns nicht nur, alle bisher angesprochenen Anomalien im esoterischen Spektrum in ein einheitliches Modell zu spannen. Vielmehr erklärt der Ansatz die ebenso vielschichtigen Paradoxien auf der wissenschaftlichen Ebene, wie die vielen Phänomene der Nonlokalität oder des Welle-Teilchen-Dualismus. Auf diese Themenbereiche werde ich detailliert eingehen, weil die Konfrontation mit diesen physischen Anomalien den Blickwinkel ebnet, wie man selbst als rein rational denkender Mensch zu einem ganzheitlicheren Verständnis kommt – insofern man der empirischen Wissenschaft gegenüber aufgeschlossen ist.

Das Prinzip der Maya in der Wissenschaft

Mittlerweile gibt es eine immer stärker werdende Gemeinde in der akademischen Welt, die es schafft, selbst die Spitze der esoterischen Erkenntnis, dass unser Bewusstsein in einem virtuellen Konstrukt eingebettet ist, wieder auf ein materialistisches Paradigma herunterzubrechen. Das Mysterium wird quasi auf eine Playstation einer zukünftigen Generation reduziert. Die sogenannte Simulationshypothese“ von Nick Bostrom ist ein philosophisches Konzept, das besagt, dass unsere Realität, einschließlich des physischen Universums und all dessen, was sich darin befindet, eine Computersimulation oder eine künstliche Matrix sein könnte, die von einer fortgeschrittenen, möglicherweise posthumanen Zivilisation oder Entität geschaffen wurde. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass unsere Existenz eine hoch entwickelte Simulation in einer virtuellen Realität sein könnte. Zumindest gibt es robuste Indizien, wenn man ins Detail schaut.

Parallele Universen in einem Simulacrum
Wie muss man sich ein virtuelles Konstrukt vorstellen?

Für viele spirituelle Menschen ist diese Ausdeutung nur ein verzweifelter Versuch, den Materialismus zu konservieren – und da reihe ich mich weitestgehend ein. Im wissenschaftlichen Teil werden wir uns die allgemeine Argumentation genau anschauen. Komprimiert zusammengefasst basiert diese moderne Ausdeutung auf dem fast exponentiellen Fortschritt von Computersimulationen, die immer immersiver werden. Hinzu kommen Visualisierungselemente wie die VR-Brillen und technische Entwicklungen, die versuchen, den Geist direkt mit dem Computer zu verbinden, wie Neuralink.3 Auf Basis solcher Tendenzen lässt sich leicht extrapolieren, dass eine virtuelle Realität in Zukunft nicht mehr von der Erfahrung der „realen Welt“ zu differenzieren sein wird. Daraus leitet sich die Frage ab, wie wahrscheinlich es ist, dass unser Leben bereits in einem solchen virtuellen Konstrukt stattfindet.

„Wenn man von irgendeiner Verbesserungsrate ausgeht, werden die Spiele nicht mehr von der Realität zu unterscheiden sein.“


Elon Musk


Wie Sie sehen werden, ist die Argumentation stringent und es gibt zahlreiche Anomalien, die ein solches Paradigma stützen, aber auch dieses Modell ist begrenzt. Spätestens wenn wir uns der expliziten Natur der Matrix nähern, wird das Bild klarer, wie reduktionistisch dieser Erklärungsansatz ist. Dennoch bietet uns die Simulationshypothese, mit nachvollziehbaren Technologien wie einer VR-Brille, ein vortreffliches Sinnbild, wie man ein virtuelles bzw. geistiges Konstrukt der Realität verstehen kann. Das sollte vor allem den Materialisten helfen, einen rationalen Zugang zu spirituellen Konzepten zu gewinnen.

Wenn wir die Welt allumfassend begreifen möchten, ausgehend von den wissenschaftlichen Anomalien, bis hin zu Auffälligkeiten auf der Weltbühne, dann müssen wir uns die Matrix-Hypothese genauer anzuschauen. Damit bekommen auch die Themen, die ich in meinem letzten Buch behandelt habe, im Lichte eines virtuellen Konstruktes einen völlig neuen „Spin“. Im Grunde bleibt kein Stein auf dem Anderen. Diese Perspektive klammert weder weltliche noch metaphysischen Aspekte aus. Die Maya erlaubt uns eine fundamentale Neubetrachtung der Realität und unserer Rolle darin. Daher hoffe ich inständig, dass Sie bereit sind, mit mir in diesen Kaninchenbau zu springen. Ich versichere Ihnen, dass dort eine äußerst inspirierende universelle Botschaft der Selbstermächtigung auf Sie wartet. Doch lassen Sie uns zunächst bei den geschichtlichen und wissenschaftlichen Grundlagen anfangen, bevor wir tiefer in das Mysterium vordringen.


  1. Im Sanskrit hat der Begriff „Maya“ (माया) mehrere Bedeutungen, die je nach Kontext unterschiedlich interpretiert werden können. Einige der Hauptbedeutungen von Maya sind: „Illusion oder Täuschung“ oder „Schöpferische Kraft“. ↩︎
  2. Ein „Simulacrum“ ist eine Darstellung oder Nachahmung, die die Realität, die sie darstellt, nicht unbedingt genau wiedergibt. Es kann sich um eine Kopie, ein Bild oder einen Schein handeln, dem die wahre Essenz oder Bedeutung des Originals fehlt. Das Konzept wird häufig mit den Begriffen Simulation, Repräsentation und der Verwischung der Grenzen zwischen Realität und Imitation in Verbindung gebracht. ↩︎
  3. Neuralink-Technologie: Neuralink ist ein von Elon Musk gegründetes Neurotechnologie-Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Brain-Computer-Interface-Technologien (BCI) konzentriert. Ziel ist es, Geräte zu entwickeln, die eine direkte Kommunikation zwischen dem menschlichen Gehirn und externen Geräten ermöglichen, was Anwendungen von medizinischen Behandlungen bis hin zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten erleichtern könnte. Quelle: www.neuralink.com ↩︎

Über den Autor

Hallo, mein Name ist Christian Köhlert, ich bin Therapeut, Autor, Designer und Produzent digitaler Inhalte. Primär lebe ich in Vauderens im Kanton Freiburg in der Schweiz. Ich habe mich schon immer für die Mysterien des Lebens begeistert und viele Jahre mit dem Studium diverser Fachgebiete – von Hermetik bis Quantenphysik – verbracht. Die Essenz meiner Recherchen veröffentliche ich auf dieser Seite.

Christian Köhlert Autor der Phönix- und Matrix-Hypothese

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Die Matrix-Hypothese Buch von Christian Köhlert als Mockup

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